Hörbuchrezension: Die Insel der Tausend Leuchttürme

CD Cover zum Hörbuch Die Insel der Tausend Leuchttürme

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Nach «Das Labyrinth der Träumenden Bücher» hatte ich aufgehört die Zamonien-Romane zu verfolgen. Von Walter Moers war ich echt begeistert, aber dieses eine Buch hat mich damals stark enttäuscht und meine Lust am weiterlesen kaputt gemacht.

Letzten Herbst dann wurde ich auf «Die Insel der Tausend Leuchttürme» hingewiesen. Nach über zehn Jahren habe ich mich zum ersten Mal wieder an Walter Moers herangewagt — und was für ein Glück das war. Denn die Geschichte bringt all das, was ich an den Büchern immer geliebt habe.

Zur Geschichte

Zwar zeigt sich das Buch zum Start nicht von der besten Seite, startet es doch gleich mit dem in Zamonien-Romanen üblichen prahlen und masslosen Übertreibungen. Weshalb Hildegunst von Mythenmetz jetzt unbedingt der Seetüchtigste Einwohner des Kontinents sein muss, leuchtet mir wirklich nicht ein, zumal es im späteren Verlauf der Geschichte kaum von Bedeutung ist.

Aber das gehört zu den Büchern nun mal dazu und wenn es, wie hier, in Massen geschieht, hat es ja auch seinen Charme.

Ansonsten ist die Geschichte aber wirklich gut und mitreissend. Noch viel besser aber ist die Beschreibung der Insel Eydernorn und ihrer Bewohner und deren Lebensweise. Das Setting ist klar von Norddeutschen Insel inspiriert. Zugleich aber ist alles mit so viel Humor und Fantasie durchsetzt, dass man zum Stauen und Lachen kaum heraus kommt.

Zur Vertonung

Das Buch wird, wie viele andere Bücher der Reihe, von Andreas Fröhlich gelesen. Der spielt ganz oben mit dabei wenn es um das Einlesen Deutscher Bücher geht. Und auch die Produktionsqualität ist, wie wir es vom Hörverlag gewohnt sind, erste Sahne.

Am besten gefallen haben wir die Plattdeutschen Abschnitte. Die habe ich aller Regel zwar nicht verstanden, das Zuhören war dafür aber um so unterhaltsamer. Im Übrigen verstehe ich die Abschnitte auch lesend nicht besser als hörend. Das darf aber gerne so — Hildegunst von Mythenmetz ist der Sprache ebenfalls nicht mächtig und so kann der Hörer mit ihm zusammen rätseln was wohl gemeint ist.

Wo das Hören gegenüber dem Lesen aber einen klaren Nachteil darstellt, sind die zahlreichen Illustrationen die in einem Walter Moers Buch nicht fehlen dürfen. Nur dafür habe ich mir schliesslich doch noch das gedruckte Buch gekauft und beim Hören reingeschaut.

Es ist auch davon auszugehen, dass der Autor Wortspiele eingebaut hat, die nur beim Lesen zur Geltung kommen. In früheren Büchern gab es das auf jeden Fall.

Vielleicht müsste man das Buch also einmal lesen und einmal hören. Die grossartige Lesung von Andreas Fröhlich bringt nämlich eine ganz eigene Dimension in die Geschichte, die beim Lesen sicher fehlen würde.

Für wen ist es?

Das Hörbuch kann ich bedenkenlos für alle empfehlen. Kenner der Zamonien-Romane wissen weshalb. Und all jene, die noch keines der Bücher gelesen oder gehört haben, für die ist «Die Insel der Tausend Leuchttürme» ein gelungener Einstieg.