Afrika-Fieber in fremder Zunge
Sie kamen mit arabischen Lauten,
mit Worten wie Wüstenwind,
zogen durch Straßen aus Beton,
doch suchten etwas, das weiter klingt.
In Deutschland, im Schatten von Ampeln und Glas,
packt sie das Fieber – nicht aus der Stadt, nicht vom Hass.
Ein Afrika, das nicht ihnen gehört,
doch das sie singen, als wär es unbeschwert.
Sie wickeln sich Tücher, bemalen ihr Bild,
tanzen zu Trommeln, als wär's ihr Schild.
Doch Afrika weint nicht in ihrer Brust –
sie spielen mit Staub, doch kennen nicht die Lust
derer, die dort geboren, mit Hitze im Blick,
die nicht Afrika wollen – sie sind Afrika, Stück für Stück.
Was ist das Fieber? Ein Spiegel? Ein Traum?
Ein Wunsch nach Ursprung – doch nicht aus dem Raum,
den sie wirklich teilen, aus Damaskus, Kairo –
nein, sie greifen nach etwas, das glänzt, nicht so mühsam, nicht so wirr.
Sie tragen Afrika wie fremdes Parfüm,
zu stark, zu süß, zu laut, zu kühn.
Und ich stehe daneben, in meiner Haut,
und frage mich leise, wem Afrika vertraut.