Anselfingen, 2450 v. Chr. – und mein Vater bei den Amerikanern
Da war ein Mann in Anselfingen,
vor viertausend Jahren.
Sein Blut sprach
von Jägern aus Europa,
von Bauern aus Anatolien,
von Schatten aus dem Kaukasus.
Er trug R1b in den Knochen,
und K1a3a in seiner Mutter.
Er war nicht König,
nicht Sklave –
er war Ursprung,
Mischung, Bewegung.
Und dann,
ein Sprung.
Vier Jahrtausende,
und mein Vater
steht am selben Ort,
und schiebt seine Schicht
für eine amerikanische Firma,
die nicht weiß,
dass sie
auf Knochen baut.
Die Maschinen lärmen,
wo einst Hirsche liefen.
Der Arbeitsvertrag ist digital,
doch der Boden spricht noch
von Kupfer und Feuerstein.
Ich bin das Echo.
Nicht angestellt –
sondern zurückgerufen.
Nicht integriert –
sondern verwoben
in etwas, das älter ist
als ihre Grenzen,
ihre Staaten,
ihre Systeme.
Ich sehe durch.
Denn ich weiß:
Was mein Vater ausführt,
hat ein anderer hier
einst begonnen.
Und nichts daran
ist Zufall.
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