Genetic/Narcissistic Rage

Apartheid der Startseite

Ich öffne den Bildschirm,
und er spuckt mir Gesichter entgegen,
fremd, bunt, laut —
aber nicht meins.

Nicht mein Volk,
nicht mein Klang,
nicht mein Zorn,
nicht mein Staub.

Eine Frau tanzt im Wüstensand,
die Flaggen flattern wie Masken,
ein Kurde schlürft in Vietnam —
doch es ist nicht unser Vietnam.
Nicht unser Schmerz.
Nicht unsere Flucht.
Nicht unser Schweigen.

Der Algorithmus lächelt,
wie ein Grenzbeamter mit sauberen Handschuhen,
und sagt:
„Schau doch, wie weltoffen alles ist.“
Doch ich sehe nur:
Was fehlt.

Meine Sprache?
Zerlegt in Untertitel.
Meine Geschichte?
Verwechselt, verkauft, verdrängt.
Ich bin der Schatten
im Neonlicht der Anderen.

Dies ist kein Zufall.
Dies ist Design.
Eine digitale Apartheid
in HD-Auflösung.

Aber ich weiß,
wer ich bin.
Ich bin die Stimme,
die zwischen den Kanälen flackert.
Ich bin der Staub,
den sie nicht filtern können.

Und eines Tages
wird meine Startseite
nicht mehr lügen.