Genetic/Narcissistic Rage

Beim Anblick eures Kanzlers

Ich bin kein Deutscher, sag ich klar,

doch seh ich ihn – wird’s sonderbar.

Ein Blick aufs Bild, so stumpf, so leer,

da wünsch ich mir: Ich seh ihn nie mehr.

Die Stirn aus Stein, das Lächeln kalt,

die Worte matt, die Hände alt.

Ein Mann, der schweigt, wenn andre schrein –

und nennt das dann gerecht zu sein.

Er zählt das Geld, vergisst das Leid,

verwechselt Ruhe mit Feigheit.

Er spricht von Pflicht, von harter Zeit,

doch lebt er weich – so fern, so breit.

Kein Glanz, kein Mut, kein offnes Ohr,

nur graues Grau im Kanzlerflor.

Ich bin kein Deutscher, das ist wahr,

doch dieser Anblick macht mich gar…

...krank vor dieser Blässe Macht,

die selbst den letzten Funken sacht

erstickt im Nebel aus Papier –

was wollt ihr noch? Ich bleib nicht hier.