Genetic/Narcissistic Rage

„Bulgarischer Himmel“

Die Tannen glühen – kein Sonnenlicht,
nur Flammenzungen, die durch Äste kriechen.
Der Wald brennt wie eine Lunge,
die sich selbst auslöscht im letzten Atemzug.

Alle rennen.
Alle schreien.
Alle schnappen nach Luft –
aber die Luft ist tot.
Sie kommt als Asche,
kratzt in der Kehle,
verwandelt Tränen in Ruß.

Ein Kind verliert den Schuh,
ein Vater verliert die Richtung,
die Erde ist schwarz,
und das Leben bricht ab wie dürres Geäst.

Vögel stürzen
wie fallende Schuld vom Himmel,
und niemand fragt: „Warum Bulgarien?“
Denn das Feuer fragt nie.

Es nimmt.
Es frisst.
Es zieht in die Häuser,
in die Lungen,
in die Erinnerung.

Und wenn es vorbei ist,
bleibt nur der Wind –
und der Geschmack von Schuld,
der nicht vergeht.