Cizîrê
Im Nebel der Morgenröte,
wenn der Euphrat mit dem Wind flüstert,
schlägt das Herz von Cizîrê
wie Trommeln aus uralter Zeit.
Die Erde – schwarz und mütterlich,
genährt vom Blut der Jahrhunderte.
Weizen wächst aus Geschichten,
und Kinder träumen in kurdischen Liedern.
Granatäpfel bersten in der Sonne,
der Staub tanzt über leere Straßen,
und irgendwo
singen Frauen zwischen Wäscheleinen
von Vermissten, von Heimkehr,
von der Zeit, die nicht heilt.
Cizîrê, du bist kein Ort.
Du bist Atem.
Du bist Wunde.
Du bist Versprechen.