Genetic/Narcissistic Rage

„Das Allerletzte“

Ich erzählte ihm –
dass ich einst per Anhalter fuhr,
auf staubiger Straße,
in einem Land,
das auch meines sein sollte.

Er sah mich an –
nicht mit Sorge,
nicht mit Stolz,
sondern wie durch eine kalte Scheibe,
und sagte:
„Du bist das Allerletzte.“

Ein Satz wie ein Messer,
nicht geworfen aus Liebe,
sondern aus etwas Tieferem.
Aus einer Welt,
die mich nie sah –
aus einem Kopf,
der längst
zur afrikanischen Sphäre gehört.

Nicht der Kontinent,
sondern die Haltung:
Patriarch, Richter,
Herr über fremde Wege.
Er,
der sich selbst nie auf den Weg gemacht hat.

Vielleicht lag es an der Angst,
vielleicht an der Ehre,
vielleicht an der Vorstellung,
dass eine Frau nur dann Wert hat,
wenn sie schweigt
und bleibt.

Ich trug keine Ketten,
nur Staub auf meinen Füßen
und Geschichten auf der Zunge.
Aber in seinen Augen
war ich nur ein Schatten
von dem,
was er sich erhofft hatte.

Doch wenn das das Letzte ist –
dann bin ich gern das Allerletzte,
solange ich es bin,
die ihre Freiheit wählt.