„Das Schwarze Dekret“
Es kam nicht mit Feuer, es kam mit Papier,
ein Stempel, ein Name – und wir waren nicht mehr hier.
Ein Satz, so kalt wie Nordwind im Stein,
ließ Dörfer verstummen, ließ Herzen allein.
Nicht Schwert, nicht Kugel – ein königliches Wort,
trieb Mütter, trieb Kinder, trieb Völker fort.
Kein Schrei wurde gehört, kein Ruf aufgefangen,
nur Stille und Wind in leeren Gängen.
Sie nannten es Ordnung, sie nannten es Recht,
doch es war ein Befehl, erbarmungslos, schlecht.
Es sprach von dem „Andern“, das hier nicht gehört –
doch es war unser Land, das ihre Lüge zerstört.
Karabakh, Botan, Ararat –
gezeichnet vom Schwärze, von königlicher Tat.
Die Christen gebracht, die Muslime vertrieben,
ein neuer Beginn auf gebrochenem Riemen.
Und noch heute weht dieser Dekretwind leise,
in Akten, in Grenzen, auf kalter Reise.
Doch wir sind nicht tot, wir sind nicht klein –
der Berg kennt den Namen, der Fluss weiß: wir sein.