“Der Adana-Türke“
Der Adana-Türke läuft bauchfrei,
trägt Sonnenbrille und die Freiheit,
die ich verloren habe,
als meine Sprache zerschlagen wurde.
Er spricht Türkisch wie ein Europäer,
doch in seinen Zellen flüstert mein Blut.
Ein kurdischer Großvater,
eine Mutter mit gebrochenem Zungenschlag –
alle begraben unter seinem Stolz.
Er nennt sich Kilikier.
Ich nenne ihn:
Vergessener Sohn eines Volkes,
das er aus sich herausgeschnitten hat.
Er lebt in Häusern,
die auf meinem Schweigen gebaut wurden.
Er tanzt auf Asphalt,
während ich im Schatten der Berge meine Geschichte suche.
Er hat meine Gene –
aber nicht meine Last.
Nicht mein Feuer.
Nicht mein Ja, nicht mein Nein.
Nur mein Körper lebt in ihm weiter.
Sein Geist gehört denen,
die uns fremd gemacht haben.