Der Afrikaner nannte mich Inder
Er sah mich,
und sagte es.
Ohne Zweifel,
ohne Frage,
ohne Recht:
„Inder.“
Ein Wort wie Dreck.
Wie Spucke auf meine Herkunft.
Wie ein Schatten,
der nicht zu mir gehörte.
Und ich?
Ich sagte gar nichts.
Ich schwieg.
Nicht aus Schwäche.
Sondern weil mein Hals
zu eng war für Widerspruch.
Weil die Luft zu schwer war
für Rechtfertigung.
Ich dachte:
Vielleicht hört es jemand.
Vielleicht tut jemand etwas.
Aber niemand kam.
Niemand fragte,
ob ich überhaupt atme.
Und dann?
Er wurde eingewiesen.
Ein Tag.
Nur ein Tag.
Ein Tag in einer Klinik,
aus der man ihn lächelnd entließ.
Weil ich nichts sagte.
Weil ich nicht schrie.
Weil ich nicht wichtig war.
Er ging.
Er atmete.
Er lachte vielleicht.
Ich blieb.
Mit dem Rauch.
Mit dem Etikett.
Mit meinem Schweigen.