Der Kriegstreiber spricht vom Frieden
Er steht dort,
mit roter Krawatte,
mit Mikrofon und Flagge,
und sagt:
„Ein weiterer Krieg wäre eine Katastrophe.“
Als hätte seine Stimme
nicht längst Bomben befohlen,
als hätte sein Schweigen
nicht längst Dörfer verbrannt.
Er spricht vom Frieden
mit den Lippen eines Mannes,
der Kinder in Rojava
zu Kollateralschäden erklärt.
Er spricht von Katastrophen,
die erst dann zählen,
wenn sie nicht kurdisch, nicht jezidisch, nicht namenlos sind.
Der Krieg kommt nicht.
Er ist längst da.
Er trägt deine Uniform,
deine Drohne,
dein Ja.
Und während du redest,
fallen irgendwo
wieder Häuser in sich zusammen,
wie dein moralisches Gerüst.
Rede, Erdoğan.
Sprich deine leeren Sätze.
Die Welt hört dir zu.
Aber wir hören, was du nicht sagst:
„Ich bin der Krieg.
Ich bin der Feind,
der sich als Wächter tarnt.“