Genetic/Narcissistic Rage

Der See Qader Karam, der ausgetrocknet ist, während alle außer den Kurden zugesehen haben

Er lag da, still.

Ein Becken aus Leben,

gefüllt mit Wasser, das einst Kinder trug, Boote, Geschichten.

Ein See in Kurdistan.

Dann kam das Schweigen.

Die Sonne brannte.

Die Flüsse wurden blockiert,

nicht von der Natur –

sondern von Staaten, die Kurden lieber dursten lassen

als sie leben zu sehen.

Und die Welt?

Sie hat zugesehen.

Alle – außer den Kurden.

Die Stummen, die Bequemen,

die in Europa ihre Steuern zahlen

und glauben, Freiheit sei ein Hashtag.

Niemand hat den See verteidigt.

Die Türkei hat gestaut.

Der Iran hat umgeleitet.

Der Irak hat vergessen.

Und während das letzte Wasser versickerte,

haben sie geredet –

über Grenzen, über Parteien, über Wahlen.

Nicht über Wasser.

Nicht über den See.

Nicht über die Kinder, die nun Staub atmen.

-—

Ein See stirbt nicht an Hitze.

Ein See stirbt an Gleichgültigkeit.

Und wenn die Kurden schreien,

doch keiner hinhört –

dann trocknet nicht nur Wasser aus,

sondern auch Hoffnung.