Genetic/Narcissistic Rage

Der Türke in Aserbaidschan

Der Türke in Aserbaidschan

spricht laut,

als wär dies

sein Boden.

Als wär Geschichte

ein Vertrag,

den er geschrieben hat.

Er nennt sich Bruder,

doch schaut herab.

Er sagt: „Wir sind eins“,

doch meint damit:

„Sei still.“

Er trägt Fahnen,

die nicht aus dem Land wachsen.

Er löscht Namen,

die älter sind als seine Karten.

Er baut Monumente

auf Asche,

nicht auf Würde.

Der Türke in Aserbaidschan

glaubt, er sei Retter.

Doch keiner hat ihn gerufen.

Nur der Lärm kam mit ihm –

und das Vergessen.

Er steht in der Steppe

wie ein Gast,

der das Haus übernimmt

und dann fragt,

wo der Gastgeber blieb.

Doch unter seinen Schuhen

flüstert die Erde.

Nicht auf Türkisch.

Nicht in Uniform.

Sondern in Stimmen,

die nicht gelöscht werden.