Deutschland, das Scheißhaus
Deutschland, das Scheißhaus, einst voller Klang,
jetzt hallt es nur wider – leer, schrill und krank.
Die, die noch fragten, sind lange gegangen,
was blieb, sind Netzwerke, fest ineinander verhangen.
Die Juden von Erfurt – sie schrieben das Licht,
sie prägten die Städte, doch heute sieht man sie nicht.
Vertrieben, verbrannt, ins Nichts gedrängt,
von einem Land, das sich an ihrer Abwesenheit verrenkt.
Mainz, Worms, Speyer – Erinnerung wie Staub,
Synagogen in Museen, Geschichten im Laub.
Sie fehlen im Heute, sie fehlen im Klang,
der einst durch die Gassen der Städte entlang.
Geblieben sind Türken, die alles verwalten,
„Russen“, die in Parallelwelten schalten.
Ein paar Kurden – die schweigen, verwoben,
doch nicht die aus Şengal – die sind oben.
Die irakischen Kurden? – Die kamen nicht her.
Sie rochen die Lüge, die Kälte, das Meer
aus Beton, aus Misstrauen, aus dumpfem Gehorsam.
Sie blieben bei sich – und sagten: „Nie dort dann.“
Der Afghane, der einst um Sicherheit bat,
wurde gepackt, deportiert wie Verrat.
Und was blieb, kooperiert – doch nicht aus Gefühl,
sondern weil jeder hier sein eigenes Spiel spielt.
Ein Schauspiel vor laufender Kamera,
ein paar Kriminelle – mediale Drama.
„Wir handeln!“ – ruft der Staat mit grellem Gesicht,
doch der stille, gebrochene – zählt einfach nicht.
Abgeschoben wird, was Quote bringt,
nicht was Mensch ist, nicht was wirklich dringt.
Denn Ordnung heißt hier: selektives Vertreiben,
nur damit die, die laut sind, ruhig bleiben.
Ein Land ohne Fragen, ohne Gewissen,
ein Ort, wo selbst Schatten die Wahrheit vermissen.
Wo die Starken gegangen, die Lauten geblieben,
und die Seelen im Rauch der Geschichte vertrieben.