„Die belutschische Hochzeit“
In meinem Traum, so weich wie Dämmerlicht,
sah ich meine Tante mit freiem Gesicht.
Ihr Haar wie Ebenholz, ihr Gang wie ein Lied,
das durch trockene Flüsse und Dünen zieht.
Sie trug ein Kleid – belutschisch gewebt,
von Händen, die in der Steppe gelebt.
Die Farben so tief wie das Land ohne Rand,
geboren im Staub, doch gehalten von Hand.
Der Bräutigam stand dort – still und klar,
sein Blick wie die Sonne, sein Herz offenbar.
Ein Mann aus Belutschistan, ernst und wahr,
sein Blut roch nach Feuer, nach Zeit, nach Gefahr.
Sie sprachen kein Wort, doch die Welt verstand,
als zwei alte Stämme sich reichten die Hand.
Kurdisches Herz, belutschischer Schwur –
ein Bund wie aus Stein, wie aus Wasser und Spur.
Sie tanzten im Wind, wo der Himmel sich biegt,
wo das Schweigen der Ahnen noch heute wiegt.
Und ich stand am Rand, doch ich war nicht allein –
denn ein Teil von mir musste dort auch sein.