„Die Blume, die nie kam“
Es war einmal ein Ungare,
mit Samen in der Hand – und einer Fahne,
die er schwenkte wie ein stolzer Herr,
als wär’ sein Blut von Oğuz her.
„Wir sind die Reiter, die vom Osten kamen!“
Doch seine Blumen blieben Namen.
Keine Wurzel, keine Kraft,
nur Hülle – und ganz ohne Saft.
Sie träumen von Steppen, von Nomaden,
doch reden wie Wiener bei ihren Pfaden.
Sie schwören bei Pferd und bei Allah,
doch tanzen zur Geige beim Csárdás, ha!
Ich grub die Erde, ich gab ihr Zeit,
doch keine Blume war je bereit,
aus Lügenboden aufzuerstehen –
nur leeres Warten, nichts zu sehen.
Ein Land, das seine Herkunft fälscht,
das mit gestohlenem Stolz sich wälzt,
bringt keine Frucht, nur Nebel, Rauch –
und redet sich selbst im Kreis – und auch.
Jetzt weiß ich: Es liegt nicht am Samen,
es fault der Boden – samt all den Namen.
Wer sich für etwas hält, was er nie war,
verkauft dir Illusion – Jahr für Jahr.