„Die Deutschen“
Die Deutschen reden über Israel,
als wär’s ihr zerbrochener Spiegel.
Sie reden über Iran,
als hätten sie dort ein Kind begraben.
Sie tun, als sei die Welt ihr Garten,
doch haben nie den eigenen gejätet.
Sie werfen Worte in den Sand,
über Länder, die sie nie betreten.
Sie sprechen von Frieden,
doch ihre Hände riechen nach Stahl.
Sie sprechen von Schuld,
doch tragen sie sie wie ein Symbol, nicht wie eine Last.
Was haben sie mit Israel zu tun?
Was mit Iran, mit Palästina, mit dem Mond?
Nichts – außer Reden,
außer Rechthaben,
außer Urteilen von oben herab.
Sie sprechen,
doch sie kennen keine Wurzeln,
sie leben,
doch sie fühlen keinen Boden.
Ich frage nicht mehr,
warum sie reden.
Ich frage,
wann sie endlich zuhören.