Genetic/Narcissistic Rage

„Die Türken und Deutsche haben uns unser Leben genommen“

Sie nahmen uns nicht nur Sprache,
nicht nur Land,
nicht nur Namen.
Sie nahmen uns unser Leben –
in kleinen Schnitten,
über Jahre hinweg.
Nicht laut.
Nicht sofort.
Aber gründlich.

Sie machten uns zu Gästen
in unseren eigenen Geschichten,
zu Schatten
in den Geburtsorten unserer Mütter.
Unsere Kindheit:
vergiftet mit Angst.
Unsere Jugend:
eine Suche ohne Karte.
Und unser Heute?
Ein Ort voller Fragezeichen,
wo eigentlich ein Zuhause sein sollte.

Sie sagten:
„Integrier dich.“
Aber was sie meinten war:
„Vergiss, wer du bist.“

Und während wir nach uns selbst greifen,
hüllen sie unsere echten kurdischen Wurzeln
in belanglose Dinge ein –
bunte Tücher, Musikshows,
Hautpflegeprodukte und Selfies,
der ganze Wahn um Schönheit,
glatt und leer,
damit niemand fragt,
wo das echte Blut geblieben ist.

Sie geben uns Spiegel,
aber keine Erinnerung.
Lippenstifte,
aber keine Sprache.
Perfekte Haut –
und verlorene Identität.

Und jetzt –
sollen wir schweigen.
Sollen wir nett sein.
Sollen wir dankbar sein
für Krümel auf einem Tisch,
den wir mitgebaut haben.

Aber wir sind noch da.
Mit leeren Händen,
aber voller Erinnerung.
Mit gebrochenem Herz,
aber klarem Blick.

Denn was sie nicht genommen haben,
ist unser Wille,
unser Feuer,
unser Nein.