Die Hölle riecht nach Rauch
von Derya
Das Leben mit Rauchern
ist keine Wohnung.
Es ist ein Gefängnis
mit gelben Wänden
und verklebten Fenstern.
Sie sagen,
„Du übertreibst.“
Aber ich huste
nicht zum Spaß.
Ich wache nachts auf,
weil meine Lunge
nicht mehr an mich glaubt.
Es ist die Hölle –
nicht später,
nicht irgendwann,
sondern jetzt.
Und ich war nicht perfekt.
Ich habe ein paar Mal
Gras probiert mit anderen –
aber ich habe nie
anderen den Atem genommen.
Nie den Raum verpestet.
Nie behauptet,
es sei harmlos.
Doch niemand rettete mich.
Nicht die Gesetze.
Nicht die Ärzte.
Nicht mal Gott,
der sich wohl
nicht mehr für Luft zuständig fühlt.
Und nein –
kein rauchfreies „Vatikan“
wird ausreichen,
meine Lunge zu reinigen.
Es ist schon zu spät.
Vorbei.
Verraucht.
Nicht „das Heilige Rom“
muss rauchfrei sein.
Sondern
jeder Arbeitsplatz.
Jede Wohnung.
Jeder Ort, an dem ein Mensch
nicht sterben will.
Also sage ich es jetzt:
Wenn es eine Hölle gibt,
dann ist sie voller Rauch.
Und ihr,
die ihr uns nicht geschützt habt –
ihr werdet dort
nicht mal die Luft zum Schreien finden.
Denn die Raucher
kommen sowieso dorthin.
Mit ihren glimmenden Fingern,
ihrer Gleichgültigkeit,
und den Lungen,
die anderen gehört hätten.