„Die Königin von Deutschland“
Sie kam mit pechschwarzem Haar
und einem Lächeln,
als wäre sie aus Porzellan,
und sagte leise, fast wie Spaß:
„Ich darf das – ich bin “Rumänin”/Semitin.“
Verwechslungsgefahr mit Kurden –
doch keine Sorge:
Ihre Krone schützt sie vor Herkunft.
Sie darf mit mir rumspielen,
weil ich kein Thron bin.
Weil mein Pass nicht glänzt.
Weil mein Name zu schwer für ihre Zunge ist.
Sie darf lachen über meine Aussprache,
über mein Essen,
über meine Mutter –
weil sie die Krone trägt,
aus Unsichtbarkeit gegossen.
Doch ich?
Ich schreibe Gedichte.
Und jedes Wort ist eine Guillotine.