Die Kurden der UdSSR
Sie kamen nicht mit Panzern.
Nicht mit Träumen von Eroberung.
Sondern mit Sprache,
mit Liedern,
mit verwundeter Hoffnung.
Die Kurden der UdSSR
gründeten Rotes Kurdistan –
nicht auf Blut,
sondern auf Erinnerung.
Laçîn –
nicht Hauptstadt eines Staates,
sondern Herzschlag eines Volkes,
das man überall vergessen wollte,
außer dort.
Sie schrieben auf Kurdisch,
sie unterrichteten in Kurdisch,
sie sangen von Bergen,
obwohl sie von Stahl umgeben waren.
Es war kein freies Land –
aber für einen Moment
war es ein Ort,
wo wir
nicht ausgelöscht wurden.
Doch auch dort
kam der große Schatten.
Die Stempel.
Die Umsiedlungen.
Die Löschung aus den Karten.
Rotes Kurdistan wurde grau.
Dann leer.
Und heute?
Fragt man uns:
„Wo ist euer Staat?“
Und wir antworten:
„Er war da –
für sieben Jahre.
Und niemand erinnert sich.
Außer wir.“