„Die Kurdin, die wanderte“
Sie war eine Kurdin,
wanderte von Hitze und Staub,
von Dürre und Blicken,
die sie nie wollten –
durch Grenzen,
durch Fragen,
durch Angst.
Von der Türkei
nach Deutschland.
Mit Füßen, die mehr trugen
als nur Gepäck –
mit einer Sprache,
die man ihr nie ließ,
und einer Heimat,
die man ihr nie gab.
Doch Deutschland war kein Ankommen.
Es war ein Spiegel,
der nur verzerrte.
Ein Ort,
der sie las
wie eine Akte,
nicht wie ein Mensch.
Sie sprach zu laut,
sie weinte zu lange,
sie atmete zu falsch –
und plötzlich war sie
nicht mehr tragbar.
Man schob sie
durch Türen aus Metall,
durch Flure mit kaltem Licht.
Man nannte es „Schutz“.
Doch sie war dort,
weil sie nicht mehr konnte.
Wegen Suizidgefahr.
Wegen Hoffnungslosigkeit.
Wegen einem Schrei,
der zu leise war,
um ihn zu verstehen.
Die Kurdin landete
in der psychiatrischen Anstalt –
nicht weil sie krank war,
sondern weil Deutschland
ein perverser Nazi war,
der Kurden tötet.