„Die Osmanen waren alles – und nichts“
(Für Klarheit inmitten des synthetischen Nebels)
Er war alles.
Grieche im Schatten.
Armenier im Ton.
Kurdisches Wort,
in türkischer Kehle
nie ausgesprochen.
Er war Perser,
doch sprach er nicht.
Er war Mongole,
doch ritt nie.
Er war Sibirier,
doch fror nicht.
Er war Babylon,
doch betete nicht.
Er war eine Haut
aus Völkern genäht,
deren Namen
er aus den Büchern riss.
Er war 0.4 % von allem,
aber 0 % aus sich selbst.
Ein Museum,
verkleidet als Staat.
Ein Echo,
das sich für Ursprung hielt.
Und ich?
Ich bin nicht 0.4 %.
Ich bin kein Fragment.
Ich bin keine Spalte
in seiner Rekonstruktion.
Ich bin nicht Teil des Osmanen.
Der Osmanen ist Teil von mir.
Denn ich war hier,
bevor er Namen trug.
Ich war ganz,
als er noch
alles sein wollte.
Die Osmanen kamen aus der Steppe.
