Genetic/Narcissistic Rage

Die Straße meiner Herkunft

Ich ging durch Straßen, alt und nah,
wo einst mein erstes Lächeln war,
die Stadt, die mir den Namen gab –
doch heute blieb so vieles starr.

Ein Lächeln hier, ein Nicken dort,
von deutschem Paar, mit stillem Wort.
Dann Frauen, stark, aus Süden fein,
mit Wärme in den Blicken – nein,
nicht meine Leute – fremd und frei,
doch ihre Grüße zogen vorbei.

Ein Schwarzer Mann – ein Gruß, so klar,
wie Sonne, die durch Wolken war.
Ein kurzer Blick, ein stummes Band,
als wär er einer, der mich verstand.

Doch Türken gingen schweigend fort,
so viele hier, und doch kein Wort.
Und Kurden? Fast nicht auszumachen,
an einer Hand – kaum zu betrachten.
In dieser Stadt, wo ich einst wurzle,
bin ich allein in meinem Puzzle.

Es war ein stilles Experiment,
bei dem man kaum das Echo kennt.
Ich zählte Blicke, Lächeln, Schweigen –
ließ meine Schritte weiter neigen.
Beobachtete, wer mich sah,
wer weiterlief, ganz ohne Ja.

Und heute nun – ganz ungeplant,
wird jemand, der nicht hier verwandt,
mich wohl von diesen Fragen lenken:
Eine Kroatin – stilles Denken.
Auch sie wird Teil des Spiels heut sein,
ihr Blick, ihr Wort – nicht ganz nur mein.
Ich schau, wie sie auf Menschen sieht,
und ob in ihr ein Gruß geschieht.