Die wahren Parasiten
Sie kommen leise, sie kommen gemein,
mit Feuer in Fingern, als wär’s nur ein Stein.
Doch was sie entzünden, ist keine Glut –
es ist fremde Luft, es ist unschuldiges Blut.
Sie stellen sich hin wie Könige der Gasse,
und blasen den Tod in die Atemmasse.
Nicht ihr Körper leidet zuerst daran –
sondern der, der daneben steht und nichts tun kann.
Sie nennen’s Freiheit, sie nennen’s Genuss,
doch jeder Zug ist ein schleichender Schluss.
Für Kinder, für Kranke, für die, die nichts sagen –
weil ihre Lunge schon längst nicht mehr klagen.
Und dann kommen sie – mit einem „Rat“ im Ton:
„Mach doch dein Fenster auf, hier drin ist’s stickig schon.“
Dein Zimmer – gereinigt, geschützt, dein Refugium –
wird plötzlich zum Problem, zum Ziel, zum Lügenraum.
Denn was sie wollen:
Dass du die Fenster öffnest –
damit der Nachbar von oben
sein Gift geradewegs in dein Leben bläst.
Und als wär’s nicht genug:
Sie fahren im Auto – Zigarette am Steuer,
und werfen die Glut in die Luft wie Ungeheuer.
Die Straße wird Gasleitung, der Gehweg ihr Spiel –
sie machen den Alltag zum tödlichen Ziel.
Und dann reden sie davon,
dass andere Autofahrer Unfälle verursachen –
während ihre bloße Existenz
ein einziger, andauernder, giftiger Unfall ist.
Sie sind nicht süchtig – sie sind bequem.
Sie sind nicht krank – sie sind bequem.
Sie sind nicht blind – sie schauen nur weg,
während der Rauch sich in Lungen versteckt.
Sie leben auf Kosten von jedem Atem –
Raucher sind keine Opfer, sie sind die Raten,
die sich durch die Luft der anderen fressen –
und das Gift als Recht auf Leben vermessen.
Sie sagen, du übertreibst – doch du weißt:
Ein Parasit fragt nie, ob du atmest oder schreist.