Du hast dein Land
Du hast dein Land,
du Drecksdeutscher.
Mit Grenzen,
mit Hymne,
mit Fahne,
die weht –
auch wenn keiner mehr weiß,
wofür.
Du hast Straßen,
die dir gehören.
Du hast Namen,
die nie ausgelöscht wurden.
Du hast Ahnen,
die in Archiven stehen
und nicht
in Massengräbern.
Du hast dein Land.
Und trotzdem
stellst du dich hin
als wärst du das Opfer.
Als wär dein Stolz
in Gefahr,
weil ein Kind seinen Namen
nicht aussprechen darf,
ohne dass du lachst.
Wozu noch die Fahne wehen,
wenn sie nur Schatten wirft
auf die,
die nie einen Platz
unter ihr bekamen?
Wozu dein Stolz,
wenn dein Land
auf den gebrochenen
Rücken anderer steht?
Du hast dein Land.
Ich nicht.
Aber ich habe mein Gedächtnis.
Und das ist schärfer
als deine ganze
Fassade aus Nation.