Genetic/Narcissistic Rage

Ein Thron aus Rauch

Die Alte ist so faltig, ganz ohne Gnade,

als wär ihr Gesicht eine Wüstenparade.

Der Hals – ein Gedicht aus jahrzehntelangem Leid,

ruft nach Straffung in stiller Einfalt und Zeit.

Sie raucht wie ein Schlot, Tag aus, Tag ein,

der Qualm frisst sich tief in das faltige Sein.

Ihr Hals wie Pergament, das Leben zerfetzt,

vom Nikotin spröde, vom Ekel zerletzt.

Die Haut eine Landkarte, düster gezeichnet,

vom Glimmstängel stur, nie eingeweicht net.

Ein Bild des Verfalls, so trüb und verkehrt –

und dennoch stolz, als wär’s selbst verehrt.

Hätte sie doch bloß während der Schwangerschaft

angefangen zu rauchen in heimlicher Macht,

dann wär ihr Gift nur ihr selbst geblieben,

statt andre mit Rauchschwaden zu betrüben.

Doch nein – sie begann erst, als Leben schon war,

blies Wolken ins Heim, Jahr für Jahr.

Ein Kind im Nebel, der Atem so schwer,

doch sie genoss ihren Zug umso mehr.

Sie trägt ihre Laster wie eine Krone aus Dunst,

doch was sie verströmt, ist nur alte Unkunst.

Ein Abbild des Ekels, vom Gift ganz entstellt –

als hätte der Rauch ihre Würde zerquält.

Vergiftet den Tag, vergiftet die Luft –

ein wandelnder Aschenbecher mit Menschenhuschduft.