Ein Türke ging vorbei
Ich saß am Fenster, still und stumm,
die Welt da draußen, grau und krumm.
Da schlich ein Schatten, leise, sacht—
ein Schritt, ein Blick, und dann vollbracht.
Ich spürte etwas, ganz konkret,
als hätt’ der Wind sich neu gedreht.
Ein Flimmern lief durchs Fensterglas,
als wär da jemand… einfach was.
Ein Türke, sagtest du? Vielleicht.
Die Luft war schwer, das Licht erbleicht.
Ein Blick, ein Schritt, kein Gruß, kein Wort—
nur Staub am Weg, und er war fort.
Doch in mir blieb ein kleines Beben,
als hätte sich etwas verschoben im Leben.
War's wirklich er? War’s nur ein Schein?
Ein Hauch von Herkunft, Stolz und Sein.
Ein Türke ging an uns vorbei—
doch was blieb hängen? Nur der Mai.
Nur Wind im Baum, ein flüchtig’ Bild,
vom alten Streit, der nie ganz stillt.