Genetic/Narcissistic Rage

Es ging nie um laute Musik

Es ging nie um Lautstärke, nie um den Bass,
nicht um Tanz oder klirrendes Glas.
Es ging um jene, die stumm geboren,
um ihre Sprache betrogen, verloren.

Kurden, die kein Kurdisch mehr sprechen,
deren Zungen in fremden Lauten zerbrechen,
die trotzdem stehen, aufrecht und klar,
und der Welt sagen: Wir sind trotzdem da.

Nicht, um zu prahlen, nicht aus Trotz,
nicht, weil Kurmancî fehlt im Kopf,
sondern weil Schweigen sie sonst erdrückt,
weil ein Teil in ihnen täglich erstickt.

Es ging nie um Musik, nie um Lärm,
es ging um ein Volk, das sich selbst so fern.
Um Kinder, die fragen: „Bin ich noch echt?“
Und Mütter, die weinen, wenn niemand sie versteht.

Doch in jeder Geste, in jedem Blick,
lebt ein Erbe, das keiner zerbricht.
Und wenn sie rufen, auch ohne Akzent:
„Ez Kurd im“ – dann brennt, was im Innern brennt.

Denn kurdisch sein ist kein Sprachdiplom.
Es ist Feuer, das lebt, auch stumm, auch fromm.
Und wer das sieht, wird nie verlachen
die, die ihr Schweigen zum Zeichen machen.