“Ez Dîmeşq im – Ich bin Damaskus”
Ich bin Damaskus,
geboren aus Stein und Staub,
wo die Geschichten flüstern
aus Minaretten und Märtyrergräbern.
Ich trug einst Saladin in meinem Herzen,
einen Kurden, der mich regierte mit Feuer und Ehre,
doch heute nennen sie mich nicht mehr kurdisch –
sie vergessen, wessen Blut hier einst Wurzeln schlug.
Meine Mauern hören Sorani, Kurmancî,
unterdrückt im Schatten der großen Zungen,
doch ich vergesse nicht die Schritte
derer, die kamen mit nichts – nur Hoffnung und Sprache.
Ich bin nicht Qamişlo, nicht Kobanê,
doch ich bin der Spiegel ihrer Sehnsucht,
denn in meinen Gassen wächst
eine Blume, die man Kurdistan nennt.
Ich bin Dîmeşq – nicht ihr, nicht deiner,
ich gehöre keinem Imperium, keiner Fahne.
Ich bin der Klang der Verlorenen,
die ihre Sprache flüstern wie ein Gebet.
Ez Dîmeşq im,
li min jiyanê li gel kurdan heye –
in mir lebt das Leben der Kurden,
selbst wenn sie mich leugnen.