Fremdes Pflaster
Gestern ließ Gott mich wieder warten,
ein kleiner Stich, doch spürbar.
Vor mir stand ein Sorani-Kurde,
zum ersten Mal hörte ich Sätze,
die wie Heimat in meinen Ohren lagen.
Doch neben ihm stand einer vom Balkan,
und um uns herum Deutschland,
grau, fremd, ohne Herz für uns.
Beides, Balkan und Deutschland,
sie tragen nicht unser Blut,
sie kennen nicht unsere Sprache,
sie teilen nicht unser Schicksal.
Wir gehören nicht hierher,
nicht in diese Straßen aus kaltem Beton,
nicht zwischen Menschen, die uns fremd bleiben.
In meinem Traum gäbe es nur Kurdistan:
unsere Hände, die Steine aufschichten,
unsere Stimmen, die Mauern segnen,
unsere Kinder, die durch Tore laufen,
die wir selbst errichtet haben.
Nicht Balkan, nicht Deutschland –
nur Kurdistan passt zu uns.
Nur Kurdistan kennt unser Herz.