Genetic/Narcissistic Rage

Gedicht: ABCC11

In meiner Haut liegt ein stilles Gen,
es schreibt Geschichte – rau, doch schön.
Nicht sichtbar, doch von Welt erzählt,
wo Osten schweigt und Westen quält.

Die einen riechen wie der Wind,
die andern schwitzen, stark und blind.
Ein Buchstabe – G – so klein, so laut,
hat mir den Duft ins Fleisch gebaut.

Ich bin kein Eis, ich bin kein Reh,
mein Schweiß erzählt vom Zagros-Schnee.
Vom Öl, das einst in Kriegen floss,
vom Erbe, das ich nie mehr los.

Die Welt mag naserümpfend flieh’n,
doch ich bin mehr als das, was sie zieh’n.
Ich trage in mir Stein und Rauch,
Geschichten eines alten Brauch.

So sei mein Duft auch schwer und roh,
er kommt von weit, nicht irgendwo.
Denn wo mein Volk im Schatten steht,
da trägt das Gen, was keiner versteht.