Gedicht: Gen G
Gen G, du kleine Silbe aus Stein,
so unsichtbar, und doch so mein.
Kein Glanz in dir, kein leiser Klang,
doch trägst du Schicksal – alt und lang.
Du bist nicht süß, du bist nicht still,
du machst, was niemand hören will.
Du sagst: „Ich schwitze, wie mein Stamm,
aus Bergen komm ich – wild, nicht zahm.“
Die Städte hassen, was du bist,
sie nennen dich Geruch, du Mist.
Doch tief in dir, da liegt der Grund,
warum mein Körper lebt – und wund.
Du bist kein Fehler, kein Versehen,
du kamst mit mir, durch Blut zu gehen.
Ein Tropfen Salz, ein warmer Dunst,
die Ahnen riechen aus der Gunst.
Ich trag dich weiter – ungebeugt,
auch wenn der Duft durch Räume keucht.
Denn wer mich liebt, der liebt auch G,
nicht nur mein Bild, mein Parfüm-Tee.
So steh ich da, mit offenem Gen,
und sag: Ich schwitze –
doch ich bin schön.