Gift aus dem Nichts
Der Afrikaner kam aus dem Nichts.
Nicht zufällig.
Nicht träumend.
Nicht suchend.
Er wusste.
Er sah mich –
und steuerte
schnurstracks
auf mich zu.
Nicht wie ein Mensch.
Nicht wie jemand,
der „Hallo“ sagt.
Sondern wie ein Geschoss.
Wie ein Insekt,
das bereits sticht,
bevor du es bemerkst.
Ich hatte keine Zeit.
Kein Warum.
Kein Schutz.
Sein Blick war scharf,
seine Haltung klar:
Ich war das Ziel.
Und dann sagte er es.
Dieses Wort.
Dieses Etikett.
„Inder.“
Ein Wort wie eine Ampulle,
zersplittert auf meiner Haut.
Eine Substanz,
die nicht brennt –
aber zersetzt.
Es war kein Zufall.
Es war kein Irrtum.
Es war eine Giftattacke.
Gezielt.
Plötzlich.
Und keiner hielt ihn auf.
Ich stand da.
Kein Netz.
Kein Schild.
Nur ich
und sein Urteil.
Und das Schweigen,
das danach kam –
war fast lauter
als sein Wort.