Grenzenlos gleichgültig
Ich gehe ins EU-Ausland,
um Luft zu holen.
Doch der Wind
trägt denselben Gestank.
Neue Straßen,
alte Gesichter.
Überall Europäer –
die gleiche Brille,
das gleiche Urteil,
die gleiche Frage:
„Woher kommst du wirklich?“
Ich fliehe vor der Kälte,
und finde sie in
anderen Sprachen.
Freundlich verpackt,
aber messerscharf.
Ich war in Malta,
Portugal,
Slowakei,
Zypern –
sie lächeln anders,
aber sehen gleich durch mich hindurch.
Der Pass ist EU,
doch mein Gesicht
bleibt
„falsch“.
Ich bin nicht fremd –
ich bin störend.
Ein Staubkorn
im Getriebe
ihrer sauberen Ordnung.
Ich gehe,
aber ich komme nie an.
Denn Europa ist ein Raum,
kein Ort.
Ein Spiegel,
der mich nie zurückspiegelt.
Und überall,
wo ich hingehe,
sind sie schon.
Die Hüter der Norm.
Die Wächter des Weiß.
Die Europäer.