Genetic/Narcissistic Rage

Hals

Es gibt Erinnerungen,

die sitzen nicht im Kopf.

Sie wohnen im Hals,

wo Luft zur Frage wird.

Deine Hand war einmal dort,

wo meine Stimme anfängt.

Nicht lange –

aber lang genug,

dass mein Körper es nie vergaß.

Seitdem weiß ich:

Gefahr kann lächeln.

Gefahr kann Mutter heißen.

Gefahr kann sagen,

es meint es nicht so.

Der Rauch kommt zurück wie ein Echo,

kalt, schwer,

legt sich auf meine Brust,

als würde er prüfen,

ob ich noch da bin.

Mein Rachen wird zum Feld aus Gift,

nicht wegen der Luft,

sondern wegen der Erinnerung,

die sie trägt.

Worte treffen mich jeden Tag,

nicht laut,

nicht einmal neu –

aber präzise.

Immer dieselbe Stelle.

Ich habe gelernt zu atmen,

wo andere wegsehen.

Zu stehen,

wo Nähe brennt.

Und wenn meine Brust heute schreit,

dann nicht,

weil ich zerbreche –

sondern weil etwas in mir

überlebt hat

und sich weigert zu schweigen.

Ich bin nicht das,

was ihr mir antut.

Ich bin der Atem,

der trotz allem bleibt.