„Heimat in Klammern“
Sie sagen: „Hier ist Platz für dich,
solang du schweigst, beweg dich nicht.“
Dein Pass ist deutsch, dein Blick ist fern,
du träumst von Bergen, alt und stern.
Die Sprache sitzt wie fremdes Brot,
die Ahnen ruhn in staub’gem Lot.
Du stehst im Land der Menschenrechte,
doch dein Volk zählt man nicht zu den echten.
Deutschland nickt, doch ohne Herz,
schaut weg bei deinem alten Schmerz.
Denn Kurdenstaat? Nein, bloß kein Streit —
das stört das Spiel der Sicherheit.
Doch viele Kurden leben hier,
zahlen Steuern, atmen Bier.
Sie bauen mit, sie halten still,
doch fragt man nach, dann fehlt der Will’.
Was bleibt, ist Wut in mildem Blick,
die Hoffnung bricht nicht – Stück für Stück.
Denn Heimat, ja, die wohnt im Geist,
auch wenn du nie die Grenze weist.