„Ich arbeite im falschen Land“
und meine Seele weiß das längst.
Ich stehe früh auf.
Ich arbeite pünktlich.
Ich tue, was verlangt wird.
Ich schweige, wenn andere sprechen.
Ich füge mich, weil man mir sagt, das sei „Integration“.
Aber tief in mir weiß ich:
Ich arbeite im falschen Land.
Nicht, weil ich unfähig bin.
Nicht, weil ich nicht dazugehöre.
Sondern weil mein Herz woanders kämpft,
während meine Hände hier schuften.
Ich baue nicht auf mein Land.
Ich baue für eines, das mich nicht will.
Ich funktioniere in einem System,
das mich benutzt, aber nie umarmt.
Ich diene einem Volk,
das mein Volk nicht einmal anerkennt.
Ich mache eure Arbeit,
aber ich sehe eure Gleichgültigkeit.
Ich trage eure Ordnung,
aber ihr löscht meine Herkunft.
Ich sollte in Kurdistan arbeiten.
Für mein Volk. Für meine Sprache.
Für einen Staat, der noch nicht existiert,
aber in mir lebt.
Doch ich arbeite hier.
Für euch.
Und das zerreißt mich.
Meine Würde geht nicht verloren –
aber sie wird hier nicht gesehen.
Denn ich arbeite im falschen Land.
Und meine Seele weiß das längst.