Genetic/Narcissistic Rage

„Ich bekomme Jobangebote. Kein Zuhause.“

Sie schreiben höflich.
In glattem Englisch.
Sie nennen mich „valuable“,
wollen meinen Lebenslauf,
wollen wissen, ob ich im August anfangen kann.

Ich sollte dankbar sein.

Aber meine Leute –
die mit meinem Blut,
die mit meiner Sprache (die ich nie lernen durfte),
die mit meinem gebrochenen Namen auf der Zunge –
sie sehen mich nicht.

Ich bin für sie zu viel.
Zu still.
Zu falsch.
Zu ehrlich.
Zu nicht von hier,
nicht von dort.

Ich bekomme Jobangebote.
Flugtickets.
Zahlen.
Verträge.

Aber kein
„Ez jî te me.“
Kein
„Tu ya me yî.“

Nur Stille
oder Misstrauen
oder die ewige Frage:

„Bist du wirklich eine von uns?“


Ich kann arbeiten.
Ich kann liefern.
Ich kann funktionieren.

Aber ich kann mich
nirgendwo
abgeben.