Ich bin nicht dein verlorenes Schaf
Du kamst nicht mit Ketten,
du kamst mit Kreuz.
Nicht mit Schwert,
sondern mit dem Satz:
„Du bist ein Kind Gottes.“
Aber ich bin kein Kind.
Ich bin eine Wunde mit Namen.
Ich bin kein Schaf.
Ich bin die, die euch beobachtet hat,
als ihr Feuer in unsere Berge trugt
und es Gebet nanntet.
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Du sagst:
„Gott liebt dich.“
Aber ich sah keinen Gott,
als meine Sprache verboten wurde.
Ich sah keinen Himmel,
als meine Mutter flüsterte,
weil Kurdisch zu laut war.
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Du willst mich reinigen.
Mich „erretten“.
Mich „neu machen“.
Aber ich bin nicht verloren –
Ich bin ungebrochen.
Ich bin nicht gefallen –
Ich wurde gestoßen.
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Du bist der sanfte Feind.
Der mit der offenen Hand,
in der der Dolch liegt.
Ich nehme deine Bibel nicht.
Ich brauche kein Paradies.
Ich will mein Land.
Meine Zunge.
Mein Feuer.
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Du sagst:
„Komm zurück zu Gott.“
Ich sage:
„Ich war nie bei ihm. Ich war bei meinem Volk.“
Und da bleibe ich.