„Ich bin nicht, was ihr wollt“
Sie sagen:
„Komm mit mir in die Kirche,
da findest du Licht.“
Doch mein Licht liegt im Staub,
in den Steinen von Qamişlo –
nicht unter euren Glocken.
Sie sagen:
„Geh nach Afrika,
dort tanzt die Freiheit.“
Doch meine Füße tragen
den Schmerz von Jahrtausenden,
nicht eure Rhythmen.
Sie rufen:
„Türkei ist deine Heimat.“
Doch meine Heimat liegt
in verbrannten Dörfern,
in Liedern,
die ihr verboten habt.
Sie fragen:
„Bist du Italienerin?
Du bist aber keine Deutsche!
Was hast du mit Armenien zu tun?“
Denn ihr fragt mich nie:
„Bist du Kurde?“
als wär das eine Sünde.
Ich trage die Antwort
in meinem Blut,
in meiner Sprache,
in den Schatten meiner Ahnen.
Ein Teil Zaza,
ein Teil Sorani,
und ein Herz aus Feuer,
das keiner zertritt.
Ich bin kein Araber.
Ich bin kein Türke.
Ich bin kein Importeur eurer Lügen.
Ich bin ein Kind der Berge,
ein Splitter von Kurdistan,
ungebrochen,
ungezähmt.