Ich bleibe
Ich bleibe in diesem Land,
nicht aus Liebe –
aus Abscheu.
Denn alle anderen
widern mich noch mehr an.
Ich bleibe,
weil man mich hier
wie Dreck behandelt.
Weil ich weiß,
dass ich es nicht besser verdiene.
Ich bleibe,
bei Eltern,
die sich niemals ändern,
die ihre Sätze wie Hiebe
in mein Gesicht schlagen
und sagen:
„Du bist schuld,
dass wir so sind.“
Ich bleibe,
weil Hoffnung
ein anderes Wort
für Schwäche ist.
Weil Flucht
nur ein Aufschub wäre.
Ich bleibe,
weil der Schmerz
hier wohnt,
und ich mich
an ihn gewöhnt habe
wie an ein scharfes Messer
unter der Haut.
Ich bleibe.
Nicht, weil ich will.
Sondern weil es
nichts mehr gibt,
wofür sich das Gehen lohnt.