„Ich düng, du tötest (II)“
Mein Stuhlgang düngt die Welt.
Er nährt den Boden,
aus dem Leben wächst.
Kommt rein aus mir,
kein Gift, kein Rauch,
nur Kreislauf –
ehrlich, roh, lebendig.
Und du?
Du spuckst Tod in die Luft.
Deine Zigarette –
ein stiller Schuss,
deine Lunge –
ein brennender Wald
im eigenen Brustkorb.
Dein Atem tötet.
Nicht nur dich.
Auch die, die nie gefragt wurden,
die neben dir geboren wurden,
die Hoffnung waren,
und jetzt husten.
Und ich frage mich:
Warum sterben Kurden
an Tabak,
an Drogen,
an Glut?
Warum sieht keiner,
wie sie brennen,
von innen?
Warum ist jedes Café
eine Kammer aus Nebel,
jede Lunge ein Opfer?
Warum stirbt ein Volk
an Zigaretten,
als wär es geplant?
Als wär es ein leiser Genozid,
getarnt als Gewohnheit?
Ich scheiße Leben.
Ihr raucht Tod.
Ich will wachsen.
Ihr geht in Rauch auf.
Und der Staat lacht,
während ihr verglüht.