Ich geb euch zurück
Ich geb euch zurück
den Pass,
das Papier,
das nie mein Zuhause war.
Nie mein Schutz.
Nur Kontrolle.
Nur Fragen.
Nur Misstrauen.
Ich geb euch zurück
den Blick im Amt,
der mich wie eine Nummer sah.
Den Stempel,
der mir nie wirklich „gehörte“,
nur still duldete,
dass ich atmete.
Ich wollte gehen –
nicht um zu provozieren,
sondern um
endlich zu atmen.
Ich wollte den türkischen Pass,
nicht aus Stolz,
sondern aus Wahrheit.
Weil mein Blut dort fließt.
Weil meine Wurzeln dort schlafen.
Weil ich mich dort
weniger fremd fühlte als hier –
trotz aller Brüche.
Sie rieten mir ab.
„Denk an die Rechte.“
„Denk an die Rente.“
„Denk an das, was du verlierst.“
Aber ich denke an
das, was ich finde,
wenn ich euch endlich
nicht mehr erklären muss,
wer ich bin.
Ich geh nicht heim.
Ich geh nicht fort.
Ich geh zu mir.
Und wenn ich gehe –
dann mit leichtem Rücken,
aber vollem Herzen.
Ich geb euch zurück,
was ihr mir nie gegeben habt:
Zugehörigkeit.
Und ich nehm mir,
was ihr mir nie nehmen konntet:
Würde.