Genetic/Narcissistic Rage

Ich geh, wo andre fliehn

Ich will nicht dorthin, wo Reichtum glüht,

wo jeder lebt, doch keiner fühlt.

Ich geh dorthin, wo Wunden klaffen,

wo andre fliehn – dort will ich schaffen.

Wo Mauern bröckeln, Kinder weinen,

wo Straßen stauben, Gassen keimen.

Dort, wo man nichts als Hoffnung kennt –

da bin ich Mensch, da bin ich fremd

und doch so tief mit allem eins:

mit Staub, mit Schmerz, mit altem Schrein.

Ich brauche keine glänzenden Städte,

keine Visa, keine Bretterhütte.

Ich will dort wirken, wo Träume verblassen,

wo andre flüchten, will ich nicht hassen.

Denn Heimat ist, wo Herzen schlagen,

wo ich mit wenig alles tragen.

Ich geh dorthin, wo andre fliehn –

um Wurzeln statt Versprechen ziehn.