🕊 Ich gehöre mir
(Ein Text der Rückeroberung)
Sie haben mich angeschaut,
als wäre ich etwas, das man benutzen kann.
Ein Körper ohne Seele.
Eine Hülle für ihr Begehren, ihre Ablehnung, ihre Machtspiele.
Manche riefen mir nach.
Andere schwiegen mich tot.
Sie wollten entscheiden,
ob ich begehrenswert bin –
oder zu ignorieren.
Ob ich dazugehören darf –
oder draußen bleibe.
Ob ich rein darf –
oder zerschmettert werde.
Sie nannten mich ein Frauenzimmer.
Als wäre ich ein Raum für sie, nicht für mich.
Als gehöre ich der Straße.
Der Öffentlichkeit.
Dem Zugriff.
Aber jetzt sage ich: Nein.
Ich bin kein Projekt.
Ich bin kein Migrationsfeld.
Ich bin kein Symbol.
Ich bin nicht verfügbar.
Ich bin nicht das, was sie wollten.
Ich bin eine Kurdin.
Ich bin nicht zu greifen.
Ich bin nicht zu brechen.
Ich gehöre mir.
Jede Berührung, die nicht gewollt war –
verblasst.
Jeder Blick, der mich zerteilt hat –
versinkt.
Denn jetzt beginnt mein Weg.
Nicht als Reaktion.
Sondern als Entscheidung.
Ich gehe.
Nicht, weil ich fliehe.
Sondern weil ich zurückkehre –
zu mir.