Genetic/Narcissistic Rage

Ich hielt die Luft an (jetzt nicht mehr)
von Derya

Da war ein Raucher,
mit gelben Fingern
und einem Gesicht,
das vom Feuer sprach.

Er sah mich –
wie ich unter Wasser ging,
meine Lunge
wie ein stiller Planet,
ruhig,
weit.

Eine Minute.
Vielleicht mehr.

Er staunte.
Nicht über mich,
sondern über das,
was er nie kennenlernte.

Saubere Luft.
Geduld im Brustkorb.
Stärke ohne Rauch.

Ich atmete nicht,
doch ich lebte.
Er atmete,
doch nur durch Asche.

Ich kam hoch,
ließ das Wasser los
und holte mir den Himmel zurück.

Aber heute?

Heute kann ich das nicht mehr.
Die Luft bleibt flach.
Mein Brustkorb eng.
Sein Rauch hat mir
etwas gestohlen,
das nicht ihm gehörte.

Jetzt schaut niemand.
Jetzt staunt keiner.
Und ich vermisse
das Schweigen unter Wasser.