Ich warte – ohne zu glauben
Ich warte auf den, der nicht kommt,
der nicht vom Himmel fällt,
nicht in alten Büchern steht,
nicht mit Blut,
nicht mit Flammen.
Ich warte
mit leeren Händen,
aber offen.
Mit einem Blick,
der die Lügen durchbohrt,
doch keine Sterne zählt.
Ich bin Atheistin,
aber mein Herz schlägt
wie das einer Gläubigen,
nur ohne Altar,
ohne Vater,
ohne Vergebung.
Ich glaube nicht,
aber ich hoffe.
Nicht auf Wunder –
auf Gerechtigkeit.
Nicht auf das Paradies –
auf einen Ort,
an dem ich nicht falsch bin.
Vielleicht bin ich selbst
mein letzter Prophet.
Vielleicht ist mein Zorn
mein Evangelium.
Vielleicht ist das Warten
nur ein anderer Name
für das, was überlebt.
Ich warte.
Und das heißt:
Ich lebe noch.