Genetic/Narcissistic Rage

„Ich will an der Kurdistanfront sterben“
Nicht in einem weißen Bett,
nicht zwischen Lügen,
nicht mit gesenktem Blick in einem Land,
das mich nie sehen wollte.

Ich will nicht sanft gehen.
Ich will nicht still verdampfen
in deutschen Küchen,
unter rauchenden Decken,
in der Sprachlosigkeit meiner Herkunft.

Ich will dorthin,
wo mein Name kein Fehler ist.
Wo meine Stimme nicht als Störung zählt.
Wo das Land nicht fragt,
warum ich da bin –
sondern weiß,
dass ich dazugehöre.

Ich will an der Kurdistanfront sterben.
Mit Erde in der Hand,
und Tränen, die nichts bereuen.
Mit dem Ruf nach Gerechtigkeit
auf den Lippen,
und den Gebeinen meiner Ahnen unter mir.

Nicht als Heldin.
Nicht als Opfer.
Sondern als jemand,
die endlich sagen durfte:
„Ich war zu Hause.
Ich habe mich gewehrt.
Ich habe geliebt.“

Und dann –
kann der Himmel ruhig schließen.